Pressespiegel

Die Presse über Leonie Gerlach

„Nicht alle Instrumente haben das Glück, etwa mit einem Mozart-Konzert im Olymp des Wohlklangs vertreten zu sein. So geht es der Bassklarinette, einem der Mauerblümchen im philharmonischen Bläsersatz, das auch von anderen Komponisten sträflich vernachlässigt wurde und wird. Das ist schade, weil es darum so vortrefflichen Virtuosinnen wie Leonie Gerlach an Gelegenheit mangelt, ihre blendenden Künste angemessen solistisch vorzuführen. Unbedingt verdienstvoll schon deshalb die Tat Felix Treibers: Er schrieb für Leonie Gerlach ein Bassklarinettenkonzert. Allemal höchstes Lob verdiente sich dabei die junge Klarinettistin, deren Disziplin, technische Kompetenz und musikalisches Ausdrucksvermögen für ihr ausgeprägtes musikalisches Profil sprachen.“
Badische Neueste Nachrichten


„Lust an der Klangopulenz“
Kammerkonzert im Theater

„Der tiefe, warme Klang der Bassklarinette prägte den Charakter des dritten Kammerkonzerts im Badischen Staatstheater (…). Eine Entdeckung ist York Bowens 1932 komponiertes Phantasy Quintett für Bassklarinette und Streichquartett in seiner Farbenpracht und üppigen Klanglichkeit. Leonie Gerlach (Bassklarinette) und das Streichquartett interpretierten den dichten Satz mit seinem raumgreifenden Melodiefluss. Johannes Paul Thielmanns Trio Piccolo für Altflöte, Bassklarinette und Viola besteht aus drei miniaturhaften, ein wenig mechanischen Sätzen; Georg Kapp, Leonie Gerlach und Franziska Dürr überzeugten mit Präzision und Spielwitz.“
Badische Neueste Nachrichten


Spannungsvoll unterhaltend
„Nachtklänge“ in der „insel“ des Staatstheaters

„Martin Nitschmann beschreibt in seinen „Transformationen“ eine Reihe von Veränderungsprozessen, denen verschiedene Gegenpole zu Grunde liegen: Den Intellekt symbolisieren Zwölftonreihen, das menschlich-seelische Prinzip verkörpert die Bassklarinette (Leonie Gerlach). Und diese Bassklarinette zieht sofort alle Aufmerksamkeit an sich, scheint die anderen Instrumente erst frei zu setzen, bis das Ganze in einen sinfonischen Fluss gerät. Immer wieder gibt die Bassklarinette der Musik eine Wendung ins Erotische, besänftigt düster-grimmige Passagen und beschließt das Werk in einem betörend langsam verklingenden Ton.“
Badische Neueste Nachrichten


„Tiefe Töne und vieles mehr“
Kammerkonzert mit Bassklarinettistin Gerlach in der insel

„Welch schöne Musik man auf der Bassklarinette hervorbringen kann, das bewies jetzt die Solo-Bassklarinettistin der Badischen Staatskapelle, Leonie Gerlach, in einem ebenso kurzweiligen wie musikalisch hochklassigen Kammerkonzert in der insel. Sehr sensibel und außerordentlich zuverlässig begleitet von der Pianistin Karen Tanaka ermöglichte sie ihren begeisterten Zuhöreren einen interessanten Höreindruck dieses vergleichsweise jungen Instruments. Um 1840 von Adolphe Sax entwickelt, fand die Bassklarinette erste Verwendung in Meyerbeers „ Hugenotten“. Ihr elektrisierend-intensives, näselnd-klagendes Timbre hat seither viele Komponisten inspiriert und in einem der ersten Duo-Stücke ist ihre ganze Klangschönheit eingefangen: In dem 1921 komponierten „Lied“ des Belgiers Francois Rasse. Bereits hier demonstrierten beide Musikerinnen Duo-Spiel auf höchstem Niveau. (…) Zu den Glanzstücken kammermusikalischen Zusammenspiels gerieten auch die „Légende et Divertissement“ von Jules Semler-Collery und das Stück „D-S-C-H“ von Lubos Sluka (…). Der zuweilen dunkel-klagende Klang der Bassklarinette hat ihr in der Literatur zumeist tragische Partien eingetragen. Dem wollte der 1924 in Zuffenhausen geborene Ernst-Thilo Kalke mit seinem witzigen Stück „Grooving Outfit“ entgegenwirken. Die beiden Künstlerinnen meisterten diesen Ausflug in Jazzgefilde swingend und groovend und verabschiedeten sich mit einer ebenso klangschönen wie frech im Jazz Zuflucht nehmenden Adaption der Arie „Lascia ch’io pianga“ aus Händels Oper „Rinaldo“ von Ralf Beckers“.
Badische Neueste Nachrichten


„Unbekanntes vom Spätzünder“
Leonie Gerlach emanzipiert die Bassklarinette

„Das Instrument, das in seiner heutigen Form vom belgischen Instrumentenbauer Antoine Joseph Sax (ja, genau jener, der das Saxophone erfand) zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstmals erschaffen wurde, hat durchaus das Rüstzeug zum Soloinstrument und muss den Vergleich mit der „regulären“ Klarinette nicht scheuen. Vorausgesetzt man widmet sich ihm so liebevoll und hoch professionell wie es Leonie Gerlach tat. Dass sich die junge Künstlerin nicht mit ihrer Spezialistennische im Orchestergraben abfindet, wurde schnell erkennbar. Virtuoses und musikalisch zugleich hochwertiges hatte sie sich zusammen mit ihrer Klavierpartnerin Karen Tanaka vorgenommen: Paul Hindemiths autorisierte Fassung seiner Fagott-Sonate fand sich hier ebenso wie die original Sonatenkompositionen für die „Spätzünderin“ in der Klarinettenfamilie von Othmar Schoeck und Bohuslav Martinu. (…)
Leonie Gerlach präsentierte sich als zumeist interessante Virtuosin, die über das nötige technische und musische Rüstzeug verfügt, den oft hohen Anforderungen der Kompositionen überzeugend gewachsen zu sein. So verstand sie es, lyrisch sangliche Passagen gekonnt auszukosten, ohne ins Kitschige abzudriften (François Rasse „Lied“). Paul Hindemiths oft als sperrig empfundene Musik wurde in Gerlachs Interpretation angenehm fasslich und emotional, ohne dass die Kanten des Werkes, seine Reibepunkte unnötig abgeschliffen wurden. Und im „Légende et Divertissement“ von Jules Semler-Collery präsentierte Gerlach auf fesselnde Weise, welche Extreme in Ausdruck und Darreichungsform der Bassklarinette zu eigen sein können. (…) Der insgesamt erstaunlich kurzweilige Abend, der von beiden Solistinnen mit interessanten Informationen rund um die Bassklarinette gespickt worden war und durch die liebevolle Lichtregie eine angenehme Unterstützung erhielt, war ein überzeugendes Plädoyer für ein Instrument, dessen vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten nicht nur die klassischen Komponisten in den zurückliegenden 150 Jahren inspirierte, sondern auch dem Genre des Jazz ganz neue Farben verlieh.“
Klassik.com


Vielfalt der Bassklarinette
Als „Duo Barifono“ führten Leonie Gerlach von der Badischen Staatskapelle und die amerikanische Pianistin Karen Tanaka bei einem Konzert in der Johanneskirche die reizvollen Klangfarben des Holzblasinstrumentes vor.

„(…)Eigentlich war jede der zu Gehör gebrachten Kompositionen ein Kleinod an sich, doch zwei Werke prägten sich besonders ein: Semler- Collerys „Légende et Divertissement“ mit ihrer großen dynamischen Spannbreite und Arvo Pärts „Spiegel im Spiegel“, bei dem man die sprichwörtliche Nadel hätte fallen hören können. Abwechselnd gaben Leonie Gerlach und Karen Tanaka Wissenswertes zu den Werken charmant zum Besten, so dass sich zur Freude des Publikums ein sehr angenehmes Gesprächskonzert entwickelte, das am Ende mit viel Beifall bedacht wurde.“
Rheinische Post
© 2009-2012 by Leonie Gerlach         Foto: Diana Drechsler